Rasseporträt Maine Coon

Die Maine Coon gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Katzenrassen der Welt – und das nicht ohne Grund. Wer einmal mit einer Coon zusammengelebt hat, weiß: Es ist weniger das Aussehen, das einen nicht mehr loslässt, sondern der Charakter.

Wesen und Charakter

Maine Coons sind in der Regel offene, freundliche und ausgeglichene Katzen. Viele von ihnen sind ausgesprochen menschenbezogen und begleiten ihre Menschen durch den Alltag, ohne dabei aufdringlich zu sein. Sie sind neugierig, verspielt – und das oft bis ins hohe Alter.

Was viele unterschätzen: Maine Coons sind ausgesprochen soziale Katzen. Sie brauchen Gesellschaft, idealerweise einen Artgenossen, der zu ihrem Temperament passt. Einzelhaltung ist für die meisten Coonies keine artgerechte Haltungsform.

Dabei ist jede Maine Coon anders. Es gibt die ruhigen Beobachter, die lebhaften Entertainer und alles dazwischen. Viele sind erstaunlich gesprächig – ihre hohe, gurrende Stimme passt dabei so gar nicht zu ihrer imposanten Erscheinung.

Aussehen und Größe

Die Maine Coon ist eine der größten Hauskatzenrassen der Welt, aber die Spannbreite ist groß. Kätzinnen wiegen in der Regel zwischen 5 und 6 kg, Kater können 8 bis 10 kg erreichen – manchmal auch etwas mehr oder weniger. Es gibt kleine Kater mit 5 kg und große Katzen mit 7 kg. Größe allein sagt wenig aus und sollte niemals das Zuchtziel sein.

Vom Körperbau her wirkt alles an der Maine Coon eher kantig und kräftig: ein langer, großrahmiger Körper, ein kräftiger Knochenbau und ein halblanges, pflegeleichtes Fell mit dichter Unterwolle. Typisch sind außerdem die Luchspinsel an den Ohren, die buschige Halskrause und der imposante Schwanz.

Herkunft und Geschichte

Die ersten Erwähnungen der Maine Coon stammen aus den 1850er Jahren – damals noch unter Namen wie „Maine Cat" oder „Shag Cat". Nach einer kurzen Phase der Beliebtheit Anfang des 20. Jahrhunderts geriet die Rasse fast in Vergessenheit. Um 1950 galt sie sogar als ausgestorben, bevor engagierte Züchter und Liebhaber sie durch gezieltes Ausstellen und Zuchtarbeit zurückholten. Ende der 1960er Jahre starteten die ersten planvollen Zuchtprogramme, und 1967 wurde die Rasse offiziell anerkannt.

Über den wahren Ursprung gibt es mehr Geschichten als Fakten. Die bekannteste – und biologisch unmögliche – Variante: eine Kreuzung aus Katze und Waschbär. Der buschige, geringelte Schwanz der frühen Maine Coons hat die Fantasie der Leute eben angeregt. Wahrscheinlicher ist, dass langhaarige Katzen mit Seefahrern – ob Wikinger um 1000 n. Chr. oder Handelskapitäne in späteren Jahrhunderten – nach Nordamerika kamen und sich dort mit einheimischen Katzen kreuzten.

Aus den ersten Zuchtprogrammen entstanden die sogenannten „Top 5" – fünf Katzen aus drei Linien, die bis heute in fast jedem Maine-Coon-Stammbaum zu finden sind. Ebenso bekannt sind die „Clones", Nachkommen einer bestimmten Verpaarung, die sich so ähnlich sahen und so erfolgreich auf Ausstellungen waren, dass sie immer wieder in der Zucht eingesetzt wurden.

Heute gibt es grob zwei Zuchtrichtungen: den ursprünglichen, moderaten Typ und den neueren, modernen Typ mit teils stark ausgeprägten Ohren, breiten Pinseln und dominanter Schnauzenpartie. Wofür ich stehe, kannst du unter meinen Zuchtzielen nachlesen.